Freitag, 18. Januar 2013

No rain - no rainbow!

Das ist mein zugegeben etwas verzweifelter Versuch, dem Wetter hier noch irgendetwas Positives abzugewinnen, denn seit Tagen ist es nahezu durchgängig am nieseln und fieseln. Für heute war Schnee angekündigt, aber der Facebook-Post einer unserer Kolleginnen fasst es eigentlich ziemlich gut zusammen :"Nordirland kann nichts richtig machen, es kann noch nichtmals richtig schneien!" Also nach Schnee sieht's wirklich nicht aus, vielleicht eher "kälterer Regen" :D
 Von so einem Wetter lassen wir uns natürlich nicht mehr abschrecken (nicht nachdem wir den Hagelschauersturm an den Cliffs of Moher überlebt haben :P) und dementsprechend haben wir uns am letzten Wochenende frohen Muts auf den Weg zum Belfast Castle gemacht. Den Abschreckungsversuchen unseres Busfahrers zum Trotz ("Also da gibt's nichts; das ist nur'n altes Haus!") sind wir so schließlich den Cave Hill raufmarschiert.
Belfast Castle
Außerdem hatten wir uns schon seit Längerem vorgenommen, endlich mal "den Berg" hochzuwandern, den wir immer vom Zug aussehen. Als wir uns im Touristencenter nach Wanderwegen erkundigt haben, kam natürlich auch prompt die Schlussfolgerung: "Are you German?!" und wir schienen auch außer vereinzelten Gassigängern und Mountainbikern die Einzigen zu sein, die den Cave Hill Trail für "wandernswert" hielten... zu Unrecht!! Denn trotz Nebel hatten wir doch eine beeindruckende Aussicht:
 Durch den ganzen Nebel sahen die Berge fast lila aus und das Szenario hatte insgesamt schon was von den Twilight-Wäldern...

Was tut man nicht alles für ein Foto :P
 Je weiter wir dem Cave Hill Trail folgten, desto matschiger wurde es und dementsprechend war einiges an Konzentration gefragt, um den Berg nicht unversehens wieder hinunterzurutschen.
Matsch, Matsch, Matsch :P
Kommentar Judith:"Krasser Baum!"
 Nach so viel Natur und Frischluft sind wir natürlich umso fitter in die nächste Woche gestartet, in der auch endlich wieder der Afterschool-Club in Woodburn stattfand. Und wir waren nicht die Einzigen, die sich darauf gefreut hatten, denn auch einige der Kinder kamen direkt angerannt:"I have missed you sooo much!!" :)
In der nächsten Woche kommt auf mich am Dienstag etwas Besonderes vor, denn Mo hat mir gestern eröffnet, dass er an dem Tag frei hat (unglaublich, aber wahr; es ist sein Geburtstag uns somit einer der seeeehr wenigen Gründe für ihn, nicht zur Arbeit zu gehen) und deshalb bin ich "in charge", da Josh dienstags beim YMCA arbeitet. O là là, das heißt, ich muss direkt von Woodburn aus dorthin laufen, aufschließen, die Liste mit den Namen der Kinder ausdrucken und alle eintragen,... Naja, ich habe ja immernoch meine Mini-Leader, die mich unterstützen! Solange die nicht wieder versuchen, den Union Jack auf dem PAKT-Haus zu hissen; da musste Mo sie nämlich schon von abhalten... :P
In diesem Sinne, euch allen ein erholsames Wochenende und eine guten Start in die neue Woche ;)

Samstag, 12. Januar 2013

Welcome to Northern Ireland!

Denn wir sind nun schon seit einer Woche wieder zurück in unserem geliebten, regnerischen, beschaulichen (im Vergleich zu London und Oxford) und nicht zuletzt protestgeplagten Carrick. Damit haben wir auch schon unsere erste Arbeitswoche hinter uns gebracht, die vor Allem dadurch geprägt wurde, dass unsere Chefin und unsere Vize-Chefin (euch auch als Gina-Lisa bekannt :P) sich am Montag mal eben für die ganze Woche krank gemeldet haben... Das bescherte uns nicht nur 2 freie Nachmittage, da der After School Club gecancelt wurde, sondern auch viel Freiraum bei der Gestaltung des Crèche-Programms, welches zu Miris und meinem großen Entzücken endlich wieder auch von Lucas besucht wurde, dem 3-Jährigen, der sich stets so lässig mit "See ya, Babes!" von uns verabschiedete. Er hat uns auch direkt erklärt, warum er da ist: "My Mum is in her class and I came to play with YOU!" Unsere Kollegin Kylie hat sich für die nächsten Wochen das Thema "People who help us" ausgesucht und dementsprechend werden wir Besuch von Feuerwehrmännern, Polizisten und Erste-Hilfe-Sanitätern bekommen. Zudem wollte Kylie den Kindern ihre vollständigen Namen und ihre Adressen beibringen, falls sie sich mal irgendwo verlaufen. Das mit dem Namen klappte außer bei Tyler auch noch ganz gut ("What's your name?" - Tyler: "Me!") aber das mit der Adresse war dann doch etwas zu viel verlangt und Lucas antwortete auch nach dem dritten Mal auf die Frage, wo er denn wohne, immer noch hartnäckig mit "In my house!". Wo er Recht hat... :P
 Aber auch auf die Kinder und Teenager aus Glenfield habe ich mich natürlich gefreut und mir mit Staunen ihre Erzählungen über was Santa ihnen so alles gebracht hat angehört.
Einige von euch haben in der letzten Zeit wahrscheinlich in den Nachrichten einiges über die Proteste in Belfast und Umgebung gehört. Während es in Carrick auch einige friedliche Demonstrationen gab, werden die Teilnehmer der sogenannten "riots" (Unruhen, Ausschreitungen) in Belfast immer radikaler. Viele der Demonstranten sind Jugendliche und der Jüngste, der festgenommen wurde, ist gerade mal 10 Jahre alt. Auch für Carrick war an diesem Freitag wieder eine Demonstration angekündigt (die allerdings nicht genehmigt wurde) und als Roberto und ich vor der Arbeit abends noch zur Videothek wollten, hatte sich dort schon eine beachtliche Menschenmaße angesammelt, die allesamt Union Jacks trugen oder schwenkten und die Hauptstraße und einige Nebenstraßen blockierten. Ich habe einige Familien aus Glenfield erkannt und was mich wirklich schockiert, ist, dass sie sogar ihre Kinder und Babies mitnehmen. Zu diesem Zeitpunkt sah alles nämlich noch ganz friedlich aus, aber keine 2 Stunden später wurde am Ende der Straße, wo wir wohnen und wo auch das YMCA-Gebäude steht, ein Auto angezündet. 

Durch die riesige Fensterfront konnten wir einige der Teenager sehen, die mit riesigen Flaggen in der Hand die Straße blockierten. Diese haben sich umgedreht, uns am Fenster stehen sehen und... mir zugewunken! Der halbe Glenfield-Teenager-Club war dort unten versammelt! Ich hoffe wirklich, dass sie nach ihrer erfolgreichen Blockade später nach Hause gegangen sind, denn irgendwann begann die Polizei, die Demonstranten mit Wasserwerfern zurückzudrängen.
Mittlerweile waren einige Teenager zum YMCA gekommen und wir haben das Licht ausgeschaltet, da immer wieder Gruppen von Demonstranten vorbeirannten und wir verhindern wollten, dass sie versuchen, ins Gebäude zu kommen. Reaktion unserer Kollegen: "Welcome to Northern Ireland!"
Traurigerweise hat auch Carrick es damit ins britische Fernsehen geschafft, hier das Video:
Riots in Newtownabbey and Carrickfergus
Das Startbild zeigt unsere Straße; auf der linken Seite seht ihr das YMCA-Gebäude (in dem Bericht kommt Carrickfergus erst am Ende).
Ich hoffe wirklich, dass die Demonstranten ihren Ärger nicht weiter an den Polizisten auslassen und dass den vielen Kindern und Jugendlichen wieder eine Perspektive gegeben werden kann, sodass sie ihren Frust nicht auf der Straße ablassen müssen.
 

Samstag, 5. Januar 2013

Das ist ja wie Zauberei!

Dank Simone und der Kneifzange ging's am 2.Januar für Miri und mich mit dem Bus weiter nach Oxford. Ohne Reservierung haben wir dann zum Glück noch 2 Betten im Central Backpackers ergattert, einem sehr kleinen aber gemütlichen und vor Allem sauberen Hostel. Dabei fand sich der Nationalstolz der Briten jedoch nicht nur in der Union Jack-Bettwäsche wieder:
Da musste ich jeden Morgen beim Frühstück drauf schauen :P
 Wie die meisten von euch wissen (zumindest die, die regelmäßig diesen oder Miris Blog verfolgen), sind wir beide ziemliche Harry Potter-Fans. Netterweise hatte uns unser Tour-Guide einige Orte in Oxford verraten, an denen Szenen aus den Filmen über den Zauberlehrling gedreht wurden und die haben wir selbstverständlich ausgiebig abgeklappert. Zum Einen ist da die Dining Hall im Christchurch College, die als Vorbild für die Große Halle in Hogwarts genutzt wurde -  und wohlgemerkt nur als Vorbild, dort wurde nämlich niemals gedreht, sondern die Halle wurde nachgebaut, da sie a) zu klein war und b) sich unser Guide sicher war, dass das Christchurch College zu viel Geld verlangt hat. Das hält sie heute allerdings nicht davon ab, heute mit Harry Potter-Touren ordentlich Geld zu machen! Originaldrehort ja oder nein, die Dining Hall hat auf jeden Fall Stil und wir haben die Große Halle schnell darin wiedergefunden:
"Übrigens, die Decke ist nicht echt. Sie ist nur verzaubert, damit sie aussieht wie der Himmel draußen. In dem Buch "Geschichte Hogwarts" ist das nachzulesen."
                                                                               Hermine Granger
 
 Eine weitere Szene wurde allerdings wirklich im Christchurch College gedreht, und zwar die Begrüßung der neuen Erstklässler durch Professor McGonagall inklusive Harrys und Malfoys erster Unterhaltung und Trevors erstem (fehlplatzierten) Auftritt.
" "Willkommen in Hogwarts", sagte Professor McGonagall." 
Weiter ging's in Harrys Fußstapfen zur Divinity School, in der gleich mehrere Szenen gedreht wurden: zum Einen die Verbotene Abteilung aus der Hogwarts-Schulbücherei (die für Miri und mich auch verboten war, dafür reicht unser Abi leider nicht aus :P) und zum Anderen der Krankenflügel, in dem gleichzeitig auch die Szene aus dem vierten Film gedreht wurde, in der Professor McGonagall mit Ron Walzer tanzt.
"Wisst ihr, was dieser – " (er gebrauchte einen Namen für Snape, auf den hin Hermine "Ron!" rief) " – mir aufgehalst hat? Ich muss die Bettpfannen im Krankenflügel putzen! Ohne Zaubern!" er atmete schwer und ballte die Fäuste. "Hätte sich Black doch nur in Snapes Büro versteckt! Er hätte ihn für uns erledigen können!"
                                                                  Ron 

 Unser Lieblingsdrehort befindet sich allerdings unumstritten im New College, wo die Szene aus dem vierten Film gedreht wurde, als Moody Malfoy in ein Frettchen verwandelt. Erstaunlicherweise verirren sich nur wenige Touristen in diesen wunderschönen Innenhof, und so konnten wir in aller Ruhe Fotos machen und die magische Atmosphäre auf uns wirken lassen.
"Moody, wir setzen Verwandlungen niemals zur Bestrafung ein!«, sagte Professor McGonagall ermattet. »Das hat Ihnen Professor Dumbledore doch sicher gesagt?« »Hat er vielleicht mal erwähnt, ja«, sagte Moody und kratzte sich ungerührt am Kinn,»aber ich dachte, ein kurzer Schock, der richtig wehtut"
Oxford kann mit seinen 38 Colleges wirklich als Uni-Stadt bezeichnet werden und hat von allen britischen Premierministern stolze 29 hervorgebracht. Wir haben die Straße gesehen, die C.S. Lewis zu "Narnia" inspiriert hat (der übrigens ein guter Studienfreund von einem gewissen J.R.R. Tolkien war), haben von Tony Blairs Gitarrekünsten gehört und waren in dem Pub, wo Bill Clinton eins Drogen "geraucht, aber nicht inhaliert" hat. Diese Stadt hat mich wirklich verzaubert und hat nicht nur zum Studieren ganz schön Stil:



Nach einer sehr erlebnisreichen Zeit sind Miri und ich also wieder in Carrick und Montag wird auch Roberto wieder zurückkommen. Dabei haben wir heute noch den anti-europäischsten (Neologismus :D) Taxifahrer kennengelernt, den man sich nur vorstellen kann ("Ich kenn' kein Land, das Europa heißt. Europa hat uns nix als Verordnungen und Bettler gebracht. In Suppenküchen in Dublin packen die jetzt Pakete für Portugal, findet ihr das richtig? Das wir die durchfüttern??! Also mich hat ja keiner gefragt..."). Also, mit Elan auf in die erste Arbeitswoche! ;) 

London in Bildern

Da ein Bild ja bekanntlich mehr als 1000 Worte sagt und ich auch schon einige Worte über London geschrieben habe, Bühne frei und Vorhang auf für Miris Fotos:
Die sehr "spacige" Canary Wharf Station

 
Die Oxford Street mit Weihnachtsbeleuchtung - Und ja, Klemens, es war voll in London! ;)
Morgens halb 10 in London - erst mal 'n Käffchen!
St Paul's Cathedral
Tate Modern: der wunderbare Gerhard Richter-Raum
Camden...
...Essen auf Motorrädern...
... am Fluss
Basilikum-Plantage bei Va piano
Tower Bridge: It's raining cats amd dogs!
China Town
Piccadilly Circus
 "Ich habe das Merkwürdigste gesehen, was die Welt dem staunenden Geiste zeigen kann, ich habe es gesehen und staune noch immer ... ich spreche von London."
                                                                        Heinrich Heine

Mittwoch, 2. Januar 2013

Die Stadt mit den 1000 Gesichtern

Die Rede ist natuerlich von ... London!! Am Heiligabend waren wir zur Mitternachtsmesse in der Kirche im Stadtteil Acton, wo meine Tante Agnes wohnt, und wo viele der Gottesdienstbesucher aus der Karibik oder dem asiatischen Raum stammen. Bei der Messe am 2.Weihnachtstag in Acton Abbey bestand das "Publikum" dann schon eher aus dem englischen Landadel in Tweedjacken und Reiterstiefeln. Nach der Weihnachtsfeier mit Medical Mission Sisters aus aller Welt haben mich 2 Schwestern noch in der Gegend um South Hall herumgefuehrt, wo sehr viele Asiaten leben. Da ich vorher noch nie in einem Tempel war, hat mich der Sikh-Tempel (uebrigens der groesste ausserhalb Indiens), aber auch die beiden Hindu-Tempel, natuerlich umso mehr beeindruckt. 
Ausserdem haben Agnes und ich gute 3 faszinierte Stunden im British Museum verbracht und gefuehlte 3 Prozent der Ausstellungen gesehen. Also, meine Empfehlung fuer die naechste Reise nach London: sehr interessant (auch von der Architektur) und vielfaeltig und dabei auch noch kostenlos!
Nach so viel Kultur und Wissenserweiterung war endlich die Zeit gekommen, meinen Entzug zu beenden:
Leicht verschwommen, ich bin ja praktisch drauf zugerannt :P
Da London die einzige Stadt im United Kingdom ist, wo's Va piano gibt (spricht meiner Meinung nach mal wieder GAR NICHT fuer die britische Essenskultur), habe ich dem Londoner Va piano waehrend meines Aufenthalts moeglichst haeufig einen Besuch abgestattet (die Kassiererin hatte mir bei meinem ersten Besuch schon ein Frohes neues Jahr gewuenscht und ich dachte mir nur "Nene, wir sehen uns schon noch vorher...!") :P .
Ausserdem habe ich mich um 10 Uhr morgens in die (groessten Teils aus Asiaten bestehende) Schlange vor dem Victoria Palace gereiht und so noch 2 day tickets fuer Miri und mich ergattert:
Billy Elliot ♥
Ein wirklich tolles Musical mit einem taenzerisch herausragenden Billy-Darsteller!
Miri und ich haben unsere Zeit in London in einem Hostel in den Docklands in einem Zimmer mit 6 ziemlich erkaelteten Peruanern/ -innen und einem Mexikaner verbracht. Die Wahl unseres Willkommensdrinks konnte uns von dem hochqualifizierten Personal leider nicht erfuellt werden ("Sorry, my Mojitos are really bad. But I can make a nice Long Island Ice Tea if you want??!"). Bonuspunkte konnte sich einer der Angestellten dadurch verdienen, als Miri am Vorabend unserer Abreise zum kroenenden Abschluss die Schluessel im Safe eingeschlossen hatte (und damit auch ihr Geld und ihren Ausweis) und der liebe Simone (ja, das ist ein Maennername :P) morgens um halb 9 das Schloss mit einer Kneifzange geknackt hat. :D
Das wirklich spektakulaere Feuerwerk am London Eye haben wir uns dann an einem Riesenscreen am Trafalger Square angesehen und uns nach spanischer Tradition in den letzten 12 Sekunden des Jahres pro Sekunde eine Weintraube in den Mund gestopft (wirklich gar nicht so einfach, wir durften es laut Roberto auch nicht vorher ueben, aber es soll Glueck bringen!). Fotos von unserem Aufenthalt in London werden noch folgen, wenn wir wieder in Carrick sind, also dranbleiben!! :)
Heute sind wir in Oxford angekommen und haben schon gefuehlte Dutzende Harry Potter-Schauplaetze ausfindig gemacht - ein wirklich magisches Flair hier!! Wie gesagt, Fotos und ein Bericht ueber unsere Zeit hier in Oxford werden (hoffentlich) am naechsten Wochenende folgen!
Euch allen eine guten Start ins Jahr 2013! All the best!

Montag, 24. Dezember 2012

We wish you a Merry Christmas

Ja, sie lebt noch!!Endlich melde ich mich mal wieder und dieses Mal aus … London!! Hier werde ich nämlich Weihnachten zusammen mit meiner Tante Agnes und 4 weiteren Medical Mission Sisters aus Deutschland, Indien und den USA verbringen. Bevor es "Byebye Carrick!" hieß, habe ich natürlich noch einige Christmas Parties hinter mich gebracht; angefangen am Montag in Woodburn. Diese Feier war für alle Eltern (also hauptsächlich Mütter und ganze 2 Väter, von denen einer Santa Claus war) inklusive ihrer Babies und Kinder. Schon morgens hatten wir angefangen, Kisten und Müllbeutel voller Weihnachtsdeko aus den diversen Lagerräumen zu schleppen und deren Inhalt dazu zu nutzen, die Turnhalle in ein weihnachtliches Winterwunderland zu verwandeln: viel Lametta, noch mehr Glitzer und einen weißen Plastiktannnenbaum mit blinkenden Neonlichtern… nett!! Außerdem waren meine beiden Chefinnen (2 Stunden lang) einkaufen, um danach ein sehr reichhaltiges Büffet aufzubauen: Kartoffelecken, Würstchen, Kräcker; Chips, Muffins, Schokolade, Cupcakes, Tiefkühlpizza,… Sogar eine (wenn auch kleine) Ecke mit Obst gab es, was jedoch mit reichlich Schlagsahne serviert wurde. Höhepunkt der Party war selbstverständlich der Auftritt des Weihnachtsmannes, der mit den Kindern zusammen Gangman Style getanzt hat – war halt ein sehr moderner Santa Claus. Vielleicht etwas zuuu modern, den Katie-Lee kam nach 2 Minuten auf mich zugerannt und verkündete: „Das ist Bridget’s Dad, der hat seine Turnschuhe an!!“
Dienstagabend hat Mo alle seine Leader und Mini-Leader zum Essen im Oakfield Community Centre und anschließend ins Kino eingeladen. Dabei stand mal wieder Wichteln auf dem Plan und ich habe unter lautem Gelächter ein Sexy Snowgirl Kostüm ausgepackt…^^ Wie man hier sagen würde: "very inappropriate"!! Miri und ich haben uns zusammen mit Mo und Paul den "Hobbit" angesehen, der durch gewaltige Herr der Ringe-Landschaften und wunderschöne Musik überzeugt. Während der stolzen 170 Minuten haben wir Legolas und Aragon allerdings schon etwas vermisst; da konnten die ganzen Zwerge nicht so mithalten... Ansonsten haben Miri und ich gewisse Gemeinsamkeiten zwischen den Nordiren und den Zwergen entdeckt (nicht nur die Größe :P), da sich diese mit den vegetarischen Essgewohnheiten der Elfen überhaupt nicht anfreunden können und beim Anblick des reichlich (mit Grünzeug) gedeckten Tisches nur ungläubig fragen: "No chips??!"
Die letzte nordirische Weihnachtsfeier war auch die, vor der mir schon ziemlich gegraut hat: die "I'm a teenager - Get me out of here"-Challenge im Teenagerclub in Glenfield ... Dschungelcamp!  Nachdem Mo mir schon den ganzen Nachmittag vorgeschwärmt hatte, dass die Teenager es immer genießen, die deutschen Freiwilligen die ekligsten Sachen machen zu lassen, hatte ich schon den verzweifelten Versuch gestartet, durch den Gewinn des wöchentlichen Badmintonmatches meine "Strafen" auf Mo zu übertragen ... vergebens. Er verabschiedete sich vom einen bis zum anderen Ohr grinsend mit den Worten :"Vergiss dein Handtuch und alte Klamotten nicht! See you later, Babes!" Voller "Vorfreude" habe ich mir dann die ältesten Klamotten rausgesucht, die ich finden konnte, denn bei 20kg Gepäck hatte ich natürlich NICHT so viel Altes und Ungeliebtes mitgenommen... Im Endeffekt hatte Mo zum Glück ziemlich übertrieben und ich wurde für eine der angenehmeren Challenges ausgelost: eine Dose Cola auf dem Rücken liegend eingeflößt bekommen (die Herausforderung besteht darin, dass man keine Pausen zu Schlucken hat, sondern dass immer weiter gegossen wird, nicht so nett). Immerhin konnte ich mich von Mehl, Marshmallow-Creme und Luftballons mit saurer Milch und faulen Eiern erfolgreich fenhalten.
Freitagmorgen ging's dann um 6 Uhr relativ pünktlich, aber dafür ohne den extra vorbereiteten Proviant, los zum Bahnhof, um mit dem Zug nach Belfast zu fahren. Von dort aus verließ ich den United Kingdom, um mit dem Bus nach Dublin und damit nach Irland zu fahren (ich wohne nämlich NICHT in Irland :P) um von dort mit dem Flugzeug nach London, also erneut United Kingdom, zu fliegen. Da ein Gepäckstück bei ryanair ja netterweise nur 15 kg wiegen darf, musste ich meine Schuhe dann noch ins Handgepäck stopfen, um die horrenden Strafgebühren zu umgehen.
Seit Freitag bin ich also hier in London und war gestern mit Elizabeth zusammen für das Abendessen zuständig: genau der passende Anlass, um die erste eigene spanische Tortilla zu kochen, was dank Robertos Anweisungen per Whatsapp auch ziemlich gut funktioniert hat. Heute Abend werden wir hier in die Mitternachtsmesse gehen und anschließend unseren (echten!) Tannenbaum und die nach indischer Art dekorierte Krippe genießen.
Tannenbaum für 1 Pound!
Jetzt bleibt mir eigentlich nur noch Eines zu sagen:
Merry Christmas  Frohe Weihnachten  Feliz Navidad  Zalig Kerstfeast  Hyvaa joulua 
Joyeux Noel   Buon Natale  God Jul   Boze Narodzenie !!!

Sonntag, 16. Dezember 2012

Celebration Time

Wie bereits angekündigt, befinden wir 3 EVS-Freiwillige uns mittlerweile im Christmas-Party-Marathon: Mittwochabend starteten wir mit der YMCA-Party in die Festsaison. Ursprünglich hatten unsere Chefs geplant, uns dort zu bekochen, was wir mit Spannung (und eventuell einem Hauch Skepsis angesichts unserer Erfahrungen mit der nordirischen Küche) erwartet haben. Stattdessen gab's dann das wohl für Nordirland typischste Gericht: Takeaway Fast Food, in diesem Fall Pizza! Wir haben es uns dennoch ordentlich schmecken lassen und waren natürlich hellauf begeistert von den Christmas Crackers (Knallbonbons, bei denen man zu zweit an je einem Ende ziehen muss, damit das Bonbon sich mit einem Knall in 2 Teile zerlegt und einen Witz und eine schicke Papierkrone zum Vorschein bringt), die man ja sonst nur aus Harry Potter kennt!
Freitagabend stand für mich die Christmas Disco  inklusive Besuch von Santa Claus für die Grundschulkinder aus dem PAKT Glenfield an und jetzt weiß ich: der Ententanz ist überall der selbe! Ohne große Verschnaufspause ging's am Samstag morgens um 10 Uhr weiter mit einer Sondervorstellung von Rise of the Guardians (in Deutschland "Hüter des Lichts") für 80-100 Kids, Teenager und Eltern aus Glenfield. Miri, Roberto und mir hat der Film wirklich sehr gut gefallen; vor Allem, da die Figuren "Englisch" und nicht "Northern Irish" gesprochen haben und dementsprechend um Einiges besser zu verstehen waren. Nach der morgendlichen Dosis Popcorn haben wir uns den Rest des Tages von Essen möglichst ferngehalten, da abends die nächste Christmas Party mit dem Drop In-Team zum All you can eat-Büffet beim Chinesen anstand. Besagter Chinese hat sich in jedem Fall sehr gut an die Landeskultur hier angepasst, es gab nämlich Pommes und Würstchen (sogar "German Christmas Salad"; der sah nur etwas zu sehr nach "Pürierte Reste von gestern" aus^^) und nach Stäbchen mussten wir erst fragen und es dauerte einige Minuten, welche auffindig zu machen... Naja, Pommes mit Stäbchen essen macht auch nicht sooo viel Sinn... :D
Nach so viel Essen und Action haben Miri, Roberto und ich die EVS-interne Party in unserem Haus dann doch eher traditionell aufgezogen: Weihnachtslieder (natürlich auf der Gitarre begleitet, Kerzen (keine Selbstverständlichkeit hier) und Lichterketten, selbstgebackene Plätzchen und Nüsse.
wenn jetzt noch 'n Feuer im Kamin brennen würde...
Selbstverständlich haben wir uns auch gegenseitig reich beschenkt: Miri und ich sind jetzt stolze Besitzerinnen echter Belfast-T-Shirts und wir alle haben nächstes Jahr am 18.Mai was vor: König der Löwen in Dublin!! Roberto kennt nämlich alle Lieder auswendig und da konnten Miri und ich einfach nicht widerstehen...
Was für eine Bescherung :)
 Wo wir jetzt schon einmal in Feierlaune sind, ist morgen die Weihnachtsfeier in Woodburn, am Dienstag mit den Mini-Leadern in Glenfield und am Donnerstag nochmals in Glenfield, dieses Mal mit dem Teenager-Club (das Ganze wird von Mo nach dem Dschungel-Camp aufgezogen; ich hoffe, dass ich dann Freitagmorgen wieder in der Lage bin, in ein Flugzeug zu steigen...^^^).
 Traditionell schickt meine Familie mit der Weihnachtspost ja immer ein Foto (von uns 3 Chaoten :)) und wenn ich eins von der EVS-Family schicken würde, dann wäre das ganz sicher dieses hier:
Merry Christmas!
 Also, ihr Lieben, euch allen noch eine schöne restliche Adventszeit!